Spring Event in Brandenburg – Baltic Waves 2025

Das Schloss Trebnitz verwandelte sich Ende April in einen lebendigen Treffpunkt für 40 motivierte Jugendliche aus acht Ostseeländern– Estland, Lettland, Litauen, Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland und Polen. Im Fokus standen Themen wie Sicherheit, Resilienz, Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz. Es gab auch Raum für persönliche Begegnungen und kreative Ideen.

Der Sonntagmorgen begann gehaltvoll. Neben Resilienz und Nachhaltigkeit stand vor allem Künstliche Intelligenz auf der Tagesordnung– ein Thema, das nicht nur in Jugendkreisen viel mehr Aufmerksamkeit verdient, wie Justus, Youth Board Member, Workshop-Leiter und Autor, betonte: „KI prägt unsere Zukunft stärker als jede andere Technologie. Es ist Zeit, dass wir uns als Jugend und als Entscheidungsträger im Ostseeraum intensiv damit beschäftigen, wie wir diese Zukunft gestalten möchten. Ja– KI ist auch ein Ostsee-Thema!”

Die Jugendlichen diskutierten angeregt, kreativ und kritisch, welche Rolle KI in der transnationalen Jugendarbeit spielen kann und wie sie verantwortungsvoll eingesetzt werden sollte. Anschließend ging es bei bestem Aprilwetter auf eine Kanutour auf der Alten Oder in Zweierkanus– eine willkommene Abwechslung nach den intensiven Diskussionen. Nachmittags folgte die praxisorientierte Einführung in die Szenario-Methode, bei der gemeinsam mögliche Zukunftsszenarien für Demokratie und politische Teilhabe im Ostseeraum entwickelt wurden. Der Tag klang mit einer bewegenden Dorf-Tour durch Trebnitz und den Trebnitzer Wald aus, bei der wir auch an einer Gedenkstätte für gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs vorbeikamen– ein Moment der Stille und Reflexion über die Bedeutung von Frieden in Europa.

Am Montag wurde es ernst: Robin Wegner, Captain der Task Force Baltic, vermittelte auf direkte Weise die realen sicherheitspolitischen Herausforderungen der Region: „Inshallah [,dass wir nicht auch als Zivilopfer enden.]” Diese offene Aussage löste nachdenkliches Schweigen aus und machte deutlich, wie relevant und unmittelbar die Themen der Veranstaltung tatsächlich sind. Im anschließenden Online-Gespräch mit der Europaabgeordneten Sabrina Repp SPD und während des Katastrophenschutz-Planspiels mit Aline Mayr – CBSS – konnten sich die Jugendlichen in die Rolle von politischen Entscheidungsträger*innen hineinversetzen. Das Planspiel entwickelte dabei seine ganz eigene Dynamik mit überraschenden Wendungen.

Der Dienstag war besonders für die Potsdamer ein Highlight: „Es war großartig, den anderen Teilnehmer*innen unsere Heimatstadt Potsdam näherzubringen. Diese Stadt ist nicht nur schön anzusehen, sie hat Charakter und Geschichte.” So lernt man auch, seine Heimatstadt noch einmal mit neuen Augen zu sehen. Beim Besuch des Brandenburger Landtags konnten die Jugendlichen im direkten Gespräch mit Johannes Funke – Europaausschuss – und Rainer Kneifel-Haverkamp – Ministerium für Europaangelegenheiten – über lokale Jugendbeteiligung, aber auch andere drängende Themen diskutieren. Der Nachmittag beim GFZ Helmholtz Zentrum vermittelte eindrucksvoll, wie Wissenschaft praktische Lösungen für Nachhaltigkeitsfragen bietet. Vorgestellt wurden uns die Möglichkeiten und Herausforderungen der Geothermie durch PD Dr. habil. Sven Fuchs. Der Tag in Potsdam endete stimmungsvoll im historischen Sanssouci-Park, bevor die Rückfahrt nach Trebnitz angetreten wurde.

Der Abschlusstag war geprägt von Reflexion und gemeinsamer Zukunftsplanung. Es wurden konkrete Empfehlungen für das nächste BSSSC Youth Event im Oktober 2025 in Sopot gesammelt und Ideen für den Beitrag der Jugend zur CBSS – Ministerkonferenz und dem Europatag in Potsdam am 9. Mai diskutiert. Fazit: Das BSSSC Youth Spring Event 2025 war ein Zeichen dafür, wie lebendig, inspirierend und wirksam europäische Jugendpolitik sein kann, wenn sie ernst genommen wird. Die jungen Menschen machten unmissverständlich deutlich: Die Zukunft des Ostseeraums beginnt jetzt, und sie wollen, können und müssen sie aktiv mitgestalten. (26.4.-30.4.2025 in Trebnitz) www.schloss-trebnitz.de

Anhang: Drei Plakate, die von den Teilnehmenden mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden:

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